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Swami
Omkarananda
Perlen aus dem
Meer der Weisheit
Leben ist ein unermessliches
Vergnügen. Wenn wir das wirklich erkennen, rückt
die äussere Welt an ihren richtigen Platz. Lass dich
von ein paar Dornen, von ein paar Fehlern und den
Schwächen, die die Menschen haben, nicht irritieren,
nicht stören, nicht frustrieren. Reagiere so, als
gäbe es sie gar nicht - genauso, wie du dich
gegenüber den Rosen benimmst.
Jemand bringt dir zwanzig
Rosen und du stellst sie auf den Tisch. Du freust dich
absolut über die Rosen und schaust sie immer wieder an.
Du findest sie so schön. Aber unterhalb der
Rosenblätter sind gefährliche Dornen. Du sagst,
die Blumen duften, sie sind schön, aber von den Dornen
sprichst du nicht, du bemerkst sie gar nicht. Du bist mehr
als zufrieden, dass jetzt diese Rosen da sind, aber es ist
dir nicht bewusst, dass etwas von deinem Lob auch die Dornen
betrifft. Jeder im Haus spricht von den Rosen, aber niemand
klagt über die Dornen und niemand entfernt sie. Nur
wegen ein paar Dornen kannst du die Rosen nicht in den
Mülleimer werfen. Du akzeptierst die Rosen, ohne auch
nur an ihre Dornen zu denken.
Das Unglück ist nur,
dass die menschliche Natur schlecht ist. Wenn jemand einen
kleinen Fehler hat, wird dieser gleich übertrieben.
Alles Gute wird sofort vergessen. Nicht nur vergessen,
sondern bewusst übersehen.
Solange man die Dornen auch
nur im Hinterkopf hat, wird es immer Schwierigkeiten
geben.
Wie viele Dornen jemand auch
hat, das geht uns nichts an. Du musst Geduld haben, bis es
mit deiner eigenen Ehrlichkeit besser wird. Dein Ziel ist,
so schnell wie möglich Fortschritt zu machen. Wenn du
das Unendliche erfahren willst, hast du keine Zeit, auch nur
daran zu denken, ob die anderen gut oder schlecht sind. Das
alles hat nichts mit uns zu tun und hat keinen Einfluss auf
unsere eigene innere Entwicklung. Aber wenn wir das Gute
bewundern, werden wir selbst reicher. Beachten wir das
Schlechte, verurteilen wir es und übersehen das Gute,
dann entwickeln wir uns selber rückwärts.
Was immer nicht gut ist -
vergiss es. Erlaube ihm nicht, deine Freude am Guten zu
stören. Sogar grosse Menschen machen Fehler.
Darüber soll man sich nicht aufregen. Nütze,
schätze, liebe alles Gute in anderen. Und verschaffe
ihnen Gelegenheit, ihr Bestes auszudrücken. Beachte nur
nicht ihre Dornen. Geduld. Sie sorgen für sich selbst,
so wie die Toten sich selber begraben. Es gibt etwas, das
für alle Probleme die wirkliche Lösung ist. Im
Alltag muss etwas in uns ständig über diesen
Umständen bleiben.
Diese Welt ist eine Welt von
Symbolen, von Schatten, ein vorübereilendes Feld der
Erfahrung, nicht wirklicher als die Traum-Welt.
Im Traum ist alles, was du
erfährst - die Stadt, der See, die Menschen, die Berge,
das internationale Fussball-Spiel, die Erde, der blaue
Himmel - aus deinem eigenen Bewusstsein gemacht. Ist der
Boden, auf dem du im Traum gehst, von den Häusern in
der Stadt und von der Luft, die du im Traum ein- und
ausatmest, verschieden? Es gibt keinen Unterschied zwischen
der Substanz, aus der das Wasser gemacht ist, in dem du
schwimmst, und der Substanz, aus der die Luft gemacht ist,
die du einatmest. Wenn du im Traum plötzlich merkst,
dass du ja träumst, erkennst du sofort, dass alle deine
Erfahrungen nichts anderes als Erscheinungen deines eigenen
träumenden Bewusstseins sind.
Genauso findest du durch
innere Wahrnehmung, dass die ganze Welt und alle Objekte und
Personen in ihr, aus einem und in einem Bewusstsein gemacht
sind. Ein Bewusstsein, ein Geist, eine Kraft erscheint hier
als Erde, dort als Himmel, hier als Holz, dort als Metall,
hier als Menschheit, dort als Natur. In jedem Punkt des
Raums ist es sich bewusst. Es beobachtet jeden und alles
gleichzeitig. Das ganze universale System ist wie ein
winziger Ball in der Unermesslichkeit dieses grenzenlosen
Bewusstseins. Und der Ball wird von innen und aussen durch
dieses Bewusstsein erhalten und gelenkt: In jedem
Gegenstand. In jedem Menschen. In deinem eigenen
Bewusstsein!
War Einstein nicht wie ein
Kind, ein reines, kleines Baby, das grosse und tiefe Fragen
stellt? Die Intelligenz des Franz von Assisi war seiner
Intelligenz weit überlegen. Franziskus konnte sich
nicht nur über die Sterne "wundern". Er konnte mit der
Seele der Natur verschmelzen und mit Schwester Vogel und
Bruder Wolf Gespräche führen. Er sah und erlebte
in jedem blinkenden Stern das Auge Gottes. Wie viele
Universitäten hat er besucht? Wie viele Millionen
besass er? Aber sein armes Leben war durchpulst von Freude,
von Ekstase, von Frieden und Reichtum. Das kam daher, weil
er bewusst im unendlichen unbegrenzten Sein lebte.
Das Reich des Himmels ist
kein materielles Universum. Sobald du in ihm bist und aus
ihm das materielle Universum ansiehst, in dem andere
Krankheit, Tod, Böses, Leiden, Schmerzen erfahren,
erfährst du überall Vollkommenheit, Liebe, Frieden
und Macht. Dieses transzendente Prinzip transzendiert die
Seele, das Gemüt, den Geist, das psychische Wesen, den
Körper, die äussere Welt, Zeit und Raum. Daran
müssen wir festhalten. Dann wird das Leben
leicht.
So ein Leben ist reich an
Freude, an Frieden, gesättigt mit den Kräften und
Mächten der Gottheit, ein Leben andauernder Ekstase der
göttlichen Schönheit. Jeder Punkt des Raums
entschlüsselt ihm die Herrlichkeiten und die Brillanz
eines wundervollen Bewusstseins.
ISBN:
978-3-7964-0209-8
EUR 9.00
kart.

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