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Swami Omkarananda Selbst- Angenommen, du bist dir deines Körpers bewusst. Wer ist sich deines Körpers bewusst? Etwas in dir, deine Intelligenz. Und da ist etwas, das erklärt: Deine Intelligenz ist bewusst und du hast einen Körper. Und du bemühst dich, dieses Bewusstsein zu beobachten, das dieses Phänomen beobachtet. So wie das beobachtende mentale Bewusstsein in uns die inneren subjektiven Phänomene beobachten kann, wie z.B. das Kommen und Gehen von Gedanken und Gefühlen, genauso ist ein tieferes Bewusstsein in uns, das seinerseits das beobachtende mentale Bewusstsein beobachtet, das aber selbst von nichts beobachtet werden kann. Dieses innere, tiefere Bewusstsein, dieser eigentliche Erkennende ist die göttliche Wirklichkeit in der Seele, das "Ich bin", die Existenz in uns, der letztlich Erfahrende. Wir nennen Ihn "Sein", weil Er "ist", und dieses Wissen vom Sein ist Bewusstsein. Es erkennt sich selbst als seiend. Das ist direkte, identische, vollkommene, vollendete Erkenntnis. Es bedarf dazu keiner Erkenntnisinstrumente, keines Erkenntnisprozesses. Nur davon haben wir eine direkte Erfahrung. Deshalb ist das höchste Verlangen wahrer Vernunft das Göttliche, das Selbst. Um diesen Zustand zu erreichen, müssen wir uns einer totalen inneren Transformation unterziehen, unsere Sinne zum Schweigen bringen, uns in grenzenloser innerer Stille verankern und uns bewusst von allem Äusseren wie auch Inneren loslösen. Erst dann kommen die aussergewöhnlichen Erkenntniskräfte des göttlichen Bewusstseins in uns zum Selbstausdruck. Erst dann aktiviert das Selbst seine Fähigkeit zu direkter, unmittelbarer intuitiver Erkenntnis. Intuition ist die einzige Methode einer Annäherung an diese Realität, der einzige Weg, auf dem das Absolute in seiner Totalität und Integrität erfahren und verwirklicht werden kann. Die endlichen, begrenzten, unvollkommenen Sinne wie auch der Intellekt können die Realität, die unsterblich, unendlich, alldurchdringend ist, nicht erfassen. Ohne die Entfaltung der Intuition bleiben auch die intellektuellen Fähigkeiten blind für die Wahrheit hinter allen Erscheinungen. Intuition verleiht die volle transzendentale Weisheit. Der Intellekt vermittelt ein Wissen um äussere Objekte. Intuition ist unfehlbar. Der Intellekt erwägt und rätselt, glaubt und wünscht. Intuition ist ein Aufblitzen, eine Erleuchtung. Der Intellekt verwickelt sich im Ringen um einen Schimmer von Erkenntnis. Intuition erhebt Zeit zur Ewigkeit, Raum zur Unendlichkeit. In diesem Zustand haben wir für physikalische Zeit und physikalischen Raum weder auf mentaler noch auf psychologischer Ebene ein Gefühl. Wir leben im ewigen "Hier und Jetzt" dieses beobachtenden, allbezeugenden Bewusstseins in uns. Es ist ganz und gar Licht. Es ist ganz und gar Intelligenz. Der menschliche Geist kann nichts darüber aussagen, weil er nicht sein Zeuge ist. Es scheint ein leeres Nichts zu sein, irgendein Sein, etwas, das die Ursache der Wahrnehmung ist, der Beobachtung, des Zeugnisses. Aber es ist nicht so einfach wie all das: Es gibt Welten des Bewusstseins. Es ist sehr schwierig zu sagen, was Raum ist. Wir sehen Raum nicht. So ist auch die Wahrheit nicht sichtbar, und doch ist sie die Basis aller Erfahrungen, und doch ist sie härter als Stein, weil Stein ein Produkt des Raums ist, ein Produkt des Geistes. Sichtbare Dinge erheben sich aus dem Unsichtbaren. Wer ist nun dieses Bewusstsein oder wer ist diese Person, die diese Millionen Sterne erschaffen hat? Wer ist diese Person, die Stunde um Stunde die Himmel neu malt? Wer ist diese Person, die sich selber in der blühenden Blume als Duft und Schönheit darstellt? Wer schuf die tausend Dinge um uns? Wer schuf uns selbst? Auf diese Frage lautet die Antwort: Irgendeine unendliche göttliche Intelligenz, ein Bewusst-Sein. Alles ist aus der Substanz des unsichtbaren Gottes geschaffen. So etwas wie Leerheit gibt es nicht. Jeder winzige Punkt des Raums ist der Samen und Mittelpunkt unendlichen Bewusst-Seins. Wie die Planeten um die Sonne, so kreist die ganze Schöpfung um das zentrale "Ich bin". Der Baum sagt "Ich bin", der Vogel sagt "Ich bin", der Stern sagt "Ich bin", das Klavier sagt "Ich bin", das Schwein sagt "Ich bin", das Mikrofon sagt "Ich bin", Ich sage "Ich bin", Du sagst "Ich bin", alles und jedes sagt "Ich bin", weil alles ist. Der Ist-Zustand (Is-ness), der Seins-Zustand (Be-ness) und "Ich bin" sind ein und dasselbe. Diese Ist-heit ist ein natürliches Attribut des Menschen und der Dinge. Raum ist, Raumlosigkeit ist, Zeit ist, Zeitlosigkeit ist. Ist-heit ist Gott. Sei-end ist Gott. Es ist überall. Es hört alles. Es ist Bewusstsein. Es sieht alles. Es allein ist. "Ich bin" ist Alpha und Omega. Im "Ich bin" ist jeder Alpha und Omega. Der Mystiker oder Weise erkennt das "Ich bin" als das All in allem, ungeteilt und ewig, allgegenwärtig, unendlich, absolut, allvollkommen, über alles schön. Es ist ein Sein, dessen transzendierendes Wesen überall ist. Es ist eine allwissende Wirklichkeit, deren allsehendes Auge überall ist. Es ist Bewusstsein. Es ist die transzendentale Realität, die Grundlage aller Mächte, Kräfte, Energien im Werden und Bestehen des Universums. Es ist der Ursprung aller Formen von Erkenntnis und Wissen. Es ist unendliche, universale, zeitlose, göttliche Wirklichkeit. Es ist allwissendes Gewahrsein, das auf alles anspricht, reagiert. Es ist unendliche, göttliche Liebe. Das ist die Wissenschaft der höchsten Wirklichkeit. Das ist die vollkommene Erfahrung. Auf dieser Stufe des transzendentalen Bewusstseins werden wir ins Herz und Sein der höchsten Gottheit zurückgeholt und erfahren Einheit mit der Gottheit. Einheitserfahrung, Selbst-Verwirklichung geschieht in Sekundenschnelle, im Bruchteil eines Augenblicks. Wenn unser Wesen vorbereitet ist, flammt sie plötzlich auf. In dieser Feuererfahrung wird der persönliche Bereich des individuellen Selbst in das universale Selbst, den letztlich Erfahrenden, aufgebrochen und von ihm, mit dem sich das Individuum jetzt identifiziert, übernommen. Dieser Erfahrende steht nur für die erste Person Einzahl: "Ich". In diesem höchsten Bewusstseinszustand ist man im Unendlichen fest verankert. Eine Wahrnehmung der Welt gibt es nicht mehr, einen Gegenstand gibt es nicht mehr, nicht einmal Gott als Schöpfer. Hier sind wir am Kulminationspunkt aller Erkenntnis und allen Lebens, aller Existenz angekommen. ISBN: 978-3-7964-0210-4 EUR 10.00 kart. |
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