Home Bücher Audio RaritätenKategorien AutorenE-BooksGesamtkatalogBestellung

 

 

 

 

Swami Omkarananda u.a.

Geist und Leben

Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung

 

In einem grossen Wald voll seltener Schönheiten stehen Tausende von grossen Bäumen. Verborgen und geradezu unhörbar gibt es in diesem Wald eine erhebende Musik aus London, die neuesten Nachrichten aus New York, Kultur- und Unterhaltungsprogramme. Aber keiner von diesen grossartigen Bäumen weiss etwas davon. Wenn ihnen ein Mensch erzählen würde, dass gerade erhabene, himmlische Musik in der Luft liegt, würden sie das entschieden verneinen und ihn für verrückt erklären.

Billionen Dinge befinden sich in unserer Welt. Nirgends in dieser unermesslichen, bunten Vielfalt scheint es einen Gott zu geben. Aber unter jenen stattlichen, blattreichen Bäumen, die Blüten und Früchte produzieren, steht reglos ein unansehnlicher Radioapparat mit seiner stabartigen Antenne. Wo immer sich so ein Gerät befindet, da ist die Festlichkeit der Musik, da entsteht eine Welt des Wissens und das Reich der Freude. Nur das Herz eines Menschen kann auf die erhabenen super-elektromagnetischen Wellen des Reichs unendlicher Vollkommenheit ansprechen, die aus allen Richtungen in es einströmen. Nur es kann den Duft der göttlichen Liebe und des Glaubens um sich verbreiten.

Das Leben findet seine echte Erfüllung im unausschöpfbaren und unendlichen Hervorbringer, Träger und Erhalter des Lebens, und das ist der Geist.

Swami Omkarananda

 

ISBN: 978-3-7964-0212-8

EUR 12.70

gebunden

 

Über das Staunen

"Denn das ist der Zustand eines gar sehr die Weisheit liebenden Mannes: das Erstaunen; ja, es gibt keinen anderen Anfang der Philosophie als diesen."

 

Platon

Betrachten wir das Gesicht eines Kindes in der Wiese. In seinem Erleben widerspiegeln sich vollste Konzentration und vollste Hingabe. Es existiert nur noch die Wiese mit ihren blühenden Wundern. Staunend hält es die Löwenzahnblüte in der Hand und beginnt das grosse Geheimnis hinter allem Sein und Werden zu ahnen.

Wer staunen kann, vermag sich auch zu begeistern. Denn begeistert sein heisst doch soviel wie mit dem Geist dabei sein, das Geheimnis des Geistes oder den Geist des Geheimnisses in einem Gegenstand zu erahnen, von ihm angezündet zu werden.

J. W.

 

Einsichten in die Psychologie der Frau

Der Wunsch nach einem Baby wird ganz allgemein als eine Tatsache betrachtet, die in der Frau vorherrscht. Er ist nur die offenkundige Begrenzung eines - vielleicht aggressiven - Verlangens der weiblichen Natur, ihre Hingabe an ein Gegenüber zum Ausdruck zu bringen, das sie über alle selbstsüchtigen Motive hinaushebt, das ständig ihre Liebe freisetzt und sie bereichert und ihre Energien durch selbstlose Hingabe, unbegrenzte Opferbereitschaft usw. umwandelt. Denn die höchsten weiblichen Tugenden und Werte sind wahre Liebe, Schönheit, Kunst und Weisheit, wie wir sie in Euphrosyne, in Agalia, Thalia, den Grazien und in der griechischen Athene und der römischen Minerva verkörpert finden.

Der Wunsch, weiblich zu sein, liegt deshalb ganz allgemein im Wesen der Frau. Genauer ist er der rudimentäre und unreife empirische Ausdruck des unausrottbaren menschlichen Strebens und Begehrens, die höchsten weiblichen Tugenden und Werte - Liebe, Schönheit, Weisheit, Kunst, Vorzüglichkeiten, vollständig in Besitz zu nehmen. Er besteht in einem latenten Urgefühl als Grundlage der echten, ruhigen, klaren Liebe, der mütterlichen Liebe, der göttlichen Liebe, der alles umarmenden Liebe, einer Liebe, die Dienen und Opfern ist. Sie bedeuten Hingabe, eine Hingabe der Frömmigkeit, die Erfüllung ist. Diese Liebe ist aber auch Glauben, der das ständige geistige Streben mit sich bringt, der Glückseligkeit des göttlichen Herzens näher zu kommen.

Swami Omkarananda

 

Kleiner Falter

"Kleiner Falter tanz im Wind,

der sonnenhelle Tag zerrinnt.

Tanz gaukelnd deine Weise,

die Nacht naht sacht und leise.

Auf goldnen Saiten schwebe

du den fernen Hügeln immer

zu. Gaukle, schaukle Falterkind,

bevor der neue Tag beginnt."

E. W.

 

Die Mitte der Nacht. Eine Meditation zur Weihnacht

Im Buch der Weisheit im 18. Kapitel lesen wir: "Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen: Die Nacht hatte in ihrem Lauf die Mitte ihres Weges erreicht: Da kam, o Herr, aus dem Himmel vom Königsthron herab Dein allmächtiges Wort."

Unbeschreiblich ist die quellende Tiefe dieser Mitternacht. Alles innere oder geistige Leben, alle Fülle, alle Süssigkeit und Anmut, alle Kindlichkeit der Welt springt da in kristallenem Spiel wie in einem Springbrunnen herauf. Deshalb heisst es im Buch der Weisheit:"Tiefstes Schweigen hielt alles umfangen."

Das ist das Umfangen des geistigen Schosses. Da ist nur Dunkel und Lautlosigkeit - aber die inneren Sinne entfachen sich wie in einem aufstrahlenden Lächeln und sehen den Reigen der sanften Herrlichkeit heraufkommen. Fragt man diese Sinne, was das ist, was sie sehen und hören, dann sagen sie: Kindlichkeit, lautere, ewige Kindlichkeit.

Diese Kindlichkeit ist wie ein Wort, das wie von einer Höhe oder aus einer Tiefe kommt, die über der Natur und Endlichkeit steht. Und so zart, leicht und gleichsam kindlich hilflos ist dieses Wort, dass man glaubt, eine Handvoll Staub könnte es verschütten und zerdrücken. Wenn man diesem Wort aber sein Herz zuneigt, erweist es sich als allen diesen schweren, mächtigen, zermalmenden Dingen ewig überlegen. Deshalb heisst es im Buch der Weisheit :"Da kam vom Königsthron herab dein allmächtiges Wort."

Weil sich dieser Vorgang jede Mitternacht wiederholt, und nur deshalb, kann ein neuer Tag geboren werden und Kraft zum Leben in sich tragen: "Alle Dinge sind durch dasselbe geworden."

Genauso verhält es sich mit der Weltmitternacht. Sie ist schon geschehen. Es war die Mitternacht, die uns das Kind Jesus, den Sohn der Maria, geschenkt hat. Da ist das Kind im Mensch vom göttlichen Kind erwählt und gerufen worden. Jede Mitternacht ist ein Kind, und die Kindheit dieses Kindes wird nur von Kindern erkannt, wenn sie in der Stille sind und in der Liebe und damit in die Mitternacht eintreten: "Du musst Maria sein und Christ aus dir gebären, soll er dir ewiglich das Himmelreich gewähren."

A. M. M.

 

Vedantisches Bewusstsein

Der Geist in uns ist das Licht, das die Funktionen der Intelligenz trägt und erhellt. Dieses unendliche Bewusstsein, diese Wahrheit ist der Atem Gottes in uns. Er macht sich genauso in wissenschaftlicher Genialität wie in prophetischen Offenbarungen geltend, in poetischen Schöpfungen wie in der liebevoll-sanftmütigen Handlungsweise einer Mutter.

Wahrheit als Liebe ist Maria. Wahrheit als Licht ist Maria. Wahrheit als Frieden ist Maria. Wahrheit als Vollkommenheit ist Maria. Wahrheit als Barmherzigkeit, Freiheit, Befreiung von Leiden ist Maria. Wahrheit als Gnade ist Maria.

Wenn der Geist im Innern eines Menschen erwacht, wird er zur Flamme einer Aufwärtsbewegung. Die Wahrnehmungskraft erhöht sich, das Bewusstsein weitet sich, das Verständnis vertieft sich und das Leben erschliesst ihm Tiefen über Tiefen an Schönheit, Macht, Bedeutung, Wert und Erfüllung. Er sprudelt von schöpferischen Energien über und erblüht in einer Liebe, die alles umarmt, in einer Weisheit, die alles verwandelt. Es handelt sich um ein beständiges Erweitern der Erkenntniskräfte der Selbstwahrnehmung, das alle Bereiche individuellen Lebens in einen ständig sich erweiternden Schauplatz umwandelt, in die weichenden Horizonte der einen stillen Selbstschau.

Durch ständige disziplinierte Einübung in das sich selbstwahrnehmende Bewusstsein wird die Intelligenz gereinigt und strahlend. Der Beobachter beobachtet sich selbst, das wahrnehmende Selbst nimmt sich selbst wahr, das Selbst im Selbst und durch das Selbst, das Selbst in allem und alles im Selbst.

Die Intelligenz erhebt sich über die Vernunftebene durch eine Methode, die tiefer und höher ist als die introspektive Selbstwahrnehmung und durch die die intellektuellen Sicherheitsbeweise durch Erfahrungswissen ersetzt werden, indem "brahma-bhavana" (Liebe zum Unendlichen) in "brahmaanubhava" ( Erfahrung des Unendlichen) übergeführt wird.

Ziel dieses beständigen Übens ist eine Seligkeit der Erkenntnis hoch über aller Erkenntnis "paravidya", in einem Licht jenseits aller Lichter "jyotisham jyotih", in der Wahrheit über allen Wahrheiten "satyasa satyam".

Dann beginnt der Vedanta-Schüler mit der einführenden Übung, den so geläuterten Geist oder "chitta" mit höchsten philosophischen Vorstellungen zu erfüllen, die die Kraft in sich tragen, das dem inneren Sein eingeborene hohe Wissen "shravana" lebendig werden zu lassen.

Daraufhin reflektiert er beständig über die Urwahrheiten bezüglich des Wesens und Seins von "manana" oder der Transzendenz.

Durch die ununterbrochene Energiezufuhr wird das innere Bewusstsein zu einer verzückten Vision "nididhyasana" entflammt, und es bildet sich "brahmakara vritti" - bis sich das Vedanta-Bewusstsein endlich der Unmittelbarkeit höchster geistiger Erfahrung in der Berührung mit der Transzendenz überlässt. Unter dieser Einwirkung erlischt auch "brahmakara vritti" und das Bewusstsein taucht in Das ein, was jenseits von allem ist.

Solche Liebhaber der Weisheit, des Lichts, der Wahrheit und Schönheit sind tatsächlich übermenschlich. Sie verkörpern in sich die göttliche Liebe. Sie sind der fleischgewordene göttliche Frieden. Sie sind wirklich jene kleinen Kinder, denen das Himmelreich Gottes gehört.

Was also ist die Mutter? Geist oder Bewusstsein auf seinem höchsten Gipfel, das allerfeinste Bewusstsein - Bewusstsein als Freude, als Entzücken.

Swami Omkarananda

 

Home Bücher Audio RaritätenKategorien AutorenE-BooksGesamtkatalogBestellung