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Neu im Heinrich Schwab Verlag

Juli 1999

 

 

 

Swami Omkarananda

Friede, Freude, Kraft


Im Tempel des Franziskus

Es wird uns berichtet, dass Franz von Assisi eines Tages mit seinem Begleiter, Bruder Leone, auf dem Weg nach S. Maria dell'Angeli war. Es war Winter und er litt heftig unter der bitteren Kälte. Da rief er dem Leone, der ein wenig vor ihm ging, zu: "Ach, Leone, wenn wir auch Blinde sehend machen, ja sogar einen Toten nach vier Tagen wieder zum Leben erwecken - dann merk dir trotzdem, dass darin nicht die Ursache der vollkommenen Freude liegt!"

Und er ging ein Stück weiter und rief laut: "Auch wenn einer alle Sprachen und alle Wissenschaften beherrschen würde und zudem imstande wäre, die kommenden Dinge und die Geheimnisse des Gewissens und der Seele wahrzunehmen - dann schreibe, dass das nicht die Ursache vollkommener Freude ist!". In dieser Art fuhr Franziskus über zwei Viertelmeilen des Wegs fort zu reden.

Gegen Ende des Wegs fragte Bruder Leone völlig erschöpft, durchfroren und mit grosser Verwunderung: "Um Gotteswillen, ich bitte dich, nun sage mir doch endlich, wo die vollkommene Freude zu finden ist?!"

Du kannst dich mit deinem grobstofflichen Körper identifizieren und dich um ihn sorgen, wie es auch Tiere tun. Die vitalen Ziele haben am richtigen Platz ihren Wert. Auf die Dauer bewirken sie aber eine völlige Unordnung innerhalb der Gesamtpersönlichkeit . Du kannst dich auch mit deinem selbstbewussten Intellekt gleichsetzen. Er nimmt heute mit seinen natürlichen Begrenzungen die oberste Stelle ein. Die Folge davon ist selbstzerstörerischer Skeptizismus. Dein Gemüt, dein menschlicher Geist ist nicht deine Stärke. Der Bereich der menschlichen Psyche ist eine chaotische Schutthalde, ein Tummelplatz aller Arten von divergierenden Bestrebungen, Instinkten, Trieben, Wünschen und Begierden.

Du kannst aber auch dein Einssein mit dem Selbst fühlen, das der Beobachter von allem ist, ein allsehendes Bewusstsein, ein alles beobachtendes Bewusstsein in dir, der grösste Beobachter. Ihm sind keine Grenzen gesetzt. Er ist zeitlos, raumlos und führt zu unermesslichem Glück.

Wenn wir tiefer in uns hineingehen, sind wir in der Lage, auf eine Weise den Beobachter des Beobachters zu beobachten. Wer beobachtet das Wirken der Intelligenz in unserem Denken? Nicht unsere Augen. Der Körper ist es nicht, der mit diesem Beobachter in Gemeinschaft treten kann. Genauso wenig wie das irrende, abgelenkte und von Ängsten und Unruhe geplagte Denken und Fühlen.

Wir können den Beobachter deutlicher erleben als das Wirken des menschlichen Verstands und alle Regungen unseres Herzens.

Ohne den Geist des Beobachters kann nichts existieren. Nichts kann leben, keiner kann denken, keiner kann lieben, keiner kann glücklich sein ohne diese Tatsache des Gottesgeistes.

Er ist in allem. Er ist alles. Im Blitz und Donner sagt er: "Keine Angst, ich bin es!" (Matth. 14,27). Erkenne mich. Dir kann nichts passieren. Du bist ein Teil von meinem unzerstörbaren Geist und Leben. Im Erdbeben, das uns erschreckt, bedroht, peinigt, sagt er: "Ich bin es! Keine Angst! Ich bin hier, in diesem Erdbeben, aber nicht als dieser Schrecken, diese Notlage, sondern dahinter, darüber, unbetroffen und bereit, dir zu helfen, über der Sache zu stehen. Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Es besteht nicht aus Angst und Not, aus Unglück und Jammer, aus Schwächen, Fehlern, Unwissenheit und Übeln. Mein Reich ist unendlicher Frieden, unendliche Freude, Kraft, Schönheit, Fülle, es ist Leben. Alles in der Dimension Ewigkeit."

Wenn wir einen Franziskus sehen, sind wir erstaunt, wie spontan und natürlich sein inneres Wesen mit der Seele in Himmelskörpern, in den Vögeln, Wölfen, Fischen und anderen Tieren eins wird. Sein psychisches Wesen ist durch die Umwandlung gegenüber der Schönheit in der Natur, der Schönheit in allem Leben sehr empfindungsfähig geworden. Sie ist gegenüber der Wahrheit in der ganzen Schöpfung und gegenüber der alles segnenden Gegenwart im Herzen aller Objekte empfänglich geworden.

Das nie Gesehene, das Unsichtbare ist der wirkliche Träger von allem, was gesehen wird und was jemals sichtbar wird; es ist die Substanz und Ursache des Universums und des Menschen. Das wirkliche und wahre Wissen liegt im göttlichen Reich im Herzen des Menschen, im Schöpfer des Menschen, im wirklichen subjektiven inneren Beobachter menschlicher Erfahrungen und Zustände. Aus ihm steigt unsere Intelligenz auf. Moralische, ästhetische und intellektuelle Qualitäten erscheinen. Die äusseren und inneren Merkmale des Bewusstseins treten zutage.

Unser Verlangen nach Frieden, nach Einheit und Vereinigung, nach Freiheit und Kraft ist Ausdruck der eigentlichen Natur des inneren Bewusstseins. Eine Psychologie des menschlichen Glücks würde die unendliche, gänzlich unabhängige Glückseligkeit als das letzte Ziel menschlichen Verlangens nach Glück erkennen. Sie ist das wesentliche Merkmal und die Eigenschaft der Gottheit, die in jedem von uns ist.

Das zu erkennen, giesst unserem Leben unbegrenzten Frieden, Segen, Freude und Kraft ein. Dieses göttliche Prinzip voll endloser Vollkommenheiten, voll Weisheit und Wunder soll zum festen Bestandteil unserer täglichen Erfahrung werden. Alle Schönheit, alles Licht unendlicher Liebe, alle Wunder des Himmelreichs sind in diesem Geist, im "Odem", im Bild Gottes in uns.

Das gereinigte Herz berührt diesen Geist oder wird von ihm berührt. Dann erscheint das Licht des Göttlichen und stellt sich uns als der grossartige Tempel Gottes vor Augen:

"Wenn wir jetzt nach Portiuncula kommen und vom Regen durchweicht sind, von der Kälte erstarrt, vom Kot der Strassen angespritzt und vor Hunger matt sind, und wir so an die Tür anklopfen und der Pförtner kommt und böse ist und fragt: ‚Wer seid ihr?' und wir antworten: ‚Wir sind zwei von deinen Brüdern!' und er dann sagt: ‚Was! Ihr Lügner! Ihr seid die zwei Strassenräuber, die zur Zeit unterwegs sind und die Leute verführen und den Armen die Almosen klauen! Weg mit euch!'

Wenn er so mit uns redet, uns nicht öffnet, sondern draussen im Schnee, im Wasser und in der Kälte hungrig stehen lässt und die Nacht hereinbricht, und wenn wir dann eine solche Bosheit und eine solche Behandlung ertragen und es über uns ergehen lassen, ohne böse zu werden und ohne gegen ihn zu schimpfen, und wenn wir statt dessen demütig und liebevoll denken, dass uns dieser Pförtner gründlich kennt und dass Gott es ist, der ihn gegen uns aufgebracht hat - oh Leone, merk dir, dass das die vollkommene Freude ist!"

ISBN 978-3-7964-0202-9


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Das Licht des unendlichen BewusstseinsSwami Omkarananda

Das Licht des unendlichen Bewusstseins

 

Der Mensch gewinnt seine Größe und verwirklicht die in ihm angelegten Möglichkeiten durch Bewusstseinserweiterung und freudiges Voranschreiten auf dem Weg der Höherentwicklung. Das vorliegende Buch führt uns von bekannten Formen menschlichen Bewusstseins zu weniger bekannten und unbekannten Bewusstseinsmöglichkeiten im Menschen. Es weist auf andere Aspekte von Mensch und Welt hin, als wir es gewohnt sind. Unauslotbare Tiefen der Menschenseele eröffnen sich dem Verständnis des Lesers - Dimensionen, die bis in die Ursprünge des Universums und allen Daseins hinabreichen. Wer sich diesem innersten Bewusstsein öffnet, dem fällt es nicht mehr schwer, den Nächsten wie sich selbst in einem höheren Sein zu sehen und zu lieben. Die Verwirklichung der Möglichkeiten, wie sie in diesem Buch angezeigt werden, lässt unser Leben seine Erfüllung in dynamischer Erkenntnis finden. Der Alltag wird zum geistigen Abenteuer und gewinnt eine kostbare, tiefe Freude und Kraft.

ISBN 978-3-7964-0203-6

EUR 12.70

 

 

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Swami Omkarananda und C.G. JungEleonore Lauterborn

Swami Omkarananda und C. G. Jung

Die Originalität und der Reichtum seines Denkens halfen C. G. Jung, die starren Auffassungen Freuds zu sprengen. Die aus seiner höheren Natur entspringenden Impulse verliehen ihm dabei nicht nur die Kühnheit, sich gegen den Vater der Psychoanalyse zu erheben, sondern sie bewahrten ihn auch vor der Versuchung, um der Konformität willen mit den üblichen Methoden empirischer Wissenschaft die Wahrheit zu opfern. Die gleiche Kühnheit war es auch, die ihn befähigte, das dringend benötigte Korrektiv zu der von Freud so einseitig betonten Sexualität und materialistischen Sicht zu liefern, indem er den Akzent auf die Notwendigkeit einer religiösen Grundhaltung auch für eine erfolgreiche Therapie und auf die Gültigkeit geistiger Erfahrung setzte.
Der Weg von Freud zu Jung bedeutet einen guten Sprung nach vorn, und zwar ist dieser Sprung die logische Folge aus einem zu eng begrenzten Horizont heraus, in den die neugeborene Wissenschaft der Psychoanalyse gefasst war. Der Weg von Jung zu Swami Omkarananda bedeutet noch einmal einen Sprung nach vorn - den Sprung nämlich in die unermessliche und von keinen Horizonten mehr begrenzte Welt der erhebenden göttlichen Wirklichkeit als die Quelle und der tragende Grund aller Teilwirklichkeiten, denen auch das menschliche Einzelbewusstsein zugezählt werden muss.
Die Aufgabe Swami Omkaranandas liegt im Erschließen der organischen Beziehungen zwischen der Welt der zeitlos-allumfassenden Wahrheit und allen Wissenschaften, Künsten und dem ganzen Leben. Das geschieht auf eine eindrucksvolle Weise, die durch die Autorität persönlicher Erfahrung untermauert ist.

ISBN 978-3-7964-0204-3

EUR 12.70

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